Wer nichts mehr zu verlieren hat und dazu eine Riesenwut im Bauch, kann sehr, sehr gefährlich werden. Harry Brown ist Witwer und sein einziger Freund wird von einer Gang brutal erschlagen. Ihm ist nichts geblieben. Und deshalb räumt er jetzt auf. Statt resigniert sein stilles Rentnerdasein weiter zu führen, packt der ehemalige Royal Marine noch einmal die Knarre aus und lehrt den gewalttätigen Abschaum in seinem Viertel gründlich das Fürchten. Den harten Jungs bleibt das überhebliche Gelächter schnell im Hals stecken, denn Harry weiß noch genau, wie’s geht. Ein Mann sieht rot – blutrot!
Drogendealende gewalttätige Jugendliche. Beim ersten Blick könnte “Harry Brown” nur ein weiter Film um Jugendgewalt sein. Es ist ein düsterer Film und das Thema trägt sehr viel dazu bei, denn letztendlich ist das gezeigte ein reales Problem. Regisseur Daniel Barber behandelt das ganze aber ohne das Problem zu bewerten auch wenn trotzdem eine Position erkennbar ist. Das unterscheidet ihn auch von den anderem Filmen zum Thema und auch Michael Caine tut einiges dafür, dass dem so ist.
Er bietet eine perfekte Darbietung des vereinsamenden Renters, dessen Frau Todkrank im Krankenhaus liegt, der nur noch seinen Freund Leonard zum nachmittäglichen Schachspielen hat und genauso wie sein Freund Angst vor den Jugendlichen hat. Er überspielt sein Alter nicht, er stellt es einfach dar. Nur durch einen Zufall wird einer der Jugendlichen sein Opfer und man spürt die Verzweiflung und die Wut welche sich in Harry Brown anstaut. Man kann von seiner Selbstjustiz halten was man möchte, Caine schafft es aber, trotz aller dargestellten Härte, für ein gewisses Verständnis zu schaffen. Mord bleibt Mord, ich kann aber verstehen dass es für Harry Brown nur noch diesen Weg gab.
Fazit: Extrem gelungener und düsterer Thriller um ein all zu reales Thema. Dank eines hervorragenden Michael Caine ist es aber nicht einfach nur ein weiter Film zum Thema Jugendgewalt
Wertung: 9/10




