Vier Jahren nach seinem verschwinden taucht der nun 16jährige Nicky bei seiner Familie plötzlich wieder auf und behauptet, missbraucht und gekidnapped worden zu sein. Seine Schwester Kathy empfängt ihn mit offenen Armen, doch Mutter Kimberly hat Probleme, sich an die neue Situation zu gewöhnen und baut zwischen sich und ihrem Sohn eine Mauer auf. Seinem Halbbruder Brendan wird gar verboten, Nicky zu sehen. Zwischenzeitlich wird die FBI-Agentin Jennifer Johnson auf den Fall aufmerksam und beginnt zu ermitteln. Sie ist davon überzeug, dass “Nicky” ein Schwindler ist. Allerdings weigert sich die Familie zu kooperieren…
Wenn ich auf diesem Filmfest eines gelernt habe, dann ist es die Erkenntnis das ein Film noch lange nicht gut sein muss, nur weil dort mir sympathische Schauspieler mitwirken. Hierzu gehört auch “The Chameleon”. Der auf einer wahren Geschichte beruhende Film schafft es zu keiner Zeit wirklich Spannung, Atmosphäre oder auch Mitgefühl für die betroffene Familie aufzubauen. Als Zuschauer ist einem schon relativ schnell zu Anfang klar, dass der Junge auf keinen Fall Nicky sein kann sondern in Wahrheit ein französischer Junge mit Namen Frederic Bourdin. So beobachtet man lange Zeit eine FBI-Agentin die versucht Beweise für die Wahrheit zu finden und einer Familie, die (teilweise) versucht den Jungen wieder zu integrieren.
Einzig und alleine Ellen Barkin weiß in diesen Momenten zu begeistern, schafft sie es doch die drogensüchtige Mutter in ihrer Zerrissenheit sehr bewegend darzustellen. Trotz besserem Wissens versucht diese zum späteren Zeitpunkt doch mit Nicky/Frederic etwas aufzubauen. Gerade dieses letzte drittel des Films macht dann doch einiges wieder gut. Hier geht es dann weniger darum, die Wahrheit aufzudecken sondern mehr um das einsame miserable Leben von Mutter und Frederic und, besonders in Hinblick auf die Mutter, deren verzweifelter Versuch der Einsamkeit zu entkommen. Emilie de Ravin kann in diesem Rahmen auch positiv hervorgehoben werden. Famke Janssen und noch viel mehr ihr Charakter als Jennifer Johnson kann allerdings nicht überzeugen, bleibt ihre Figur den ganzen Film über sehr blass und mit wenig Kontur.
Fazit: Eher schwacher Film mit einem interessanten Thema, der leider erst viel zu spät an Spannung gewinnt
Wertung: 5/10




