[FFF 2011] Julia X 3D

Juliax 3d sheet

So schnell kann es gehen. Eben war sie noch bei einem gut gelaufenen Internetdate und kurz darauf stellt sich dieser, zum erstaunen von Julia, als perverser Kidnapper heraus. Letztendlich gelingt ihr die Flucht und wer hier das Opfer ist plötzlich nicht mehr so klar…

Eigentlich hatte ich ja den Vorsatz, mir keinen der in 3D vorgeführten Filme anzusehen. Nachdem die Kritiken aus Berlin aber alle einhellig positiv waren, ließ ich mich aber dann doch davon überreden. Bereut habe ich es nicht

“Julia X” ist eine sehr unterhaltsame Mischung aus Thriller und Splatter. Die Story kann getrost ignoriert, dafür die Charaktere durchaus als Highlight bezeichnet werden. Besonders Kevin Sorbo hat hier seinen Glanzauftritt als Kidnapper und Serienmörder, dessen nächstes Opfer im dann überraschend Komplikationen bereitet. Selten gab es einen so selbstsicheren Mörder zu sehen, dem auch die ausweglosesten Situationen nicht von seiner Überheblichkeit und Selbstsicherheit befreien können. Allerdings steht im auch seine, erst alleinige, Gegenspielerin in nichts nach. Bezüglich der 3D-Effekte merkt man dem Film an, dass er in echtem 3D gedreht wurde, fügen sie sich doch gut in den Film ein, machen durchaus etwas her und können als gelungen bezeichnet werden

Julia X kann durchaus als ein Highlight des Festivals bezeichnet werden. Gerade wem im letzten Jahr an “The loved ones” Gefallen gefunden hatte, sei zur Ansicht geraten. Beide Filme haben durchaus eine gewisse Ähnlichkeit. Gerade im Hinblick auf Blut und Brutalität brauch sich der diesjährige Fresh Blood Kandidat nicht vom letztjährigen Splatterspaß verstecken.

Wertung: 8/10

Julia X – 3D
USA, 2011, 92 Min.
Regie: P.J. Pettiette Buch: Matt Cunningham, P.J. Pettiette Musik: Akira Yamaoka
Darsteller: Valerie Azlynn, Kevin Sorbo, Alicia Leigh Willis

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[FFF 2011] Perfect Sense

Perfect sense sheet

Aus verschiedensten Gründen, nicht von Erfolg in ihrem Beziehungsleben gesegnet, begegnen sich der Küchenchef Michael und die Wissenschaftlerin Susan nur um sich direkt in einander zu verlieben. Das Glück ist aber nicht von langer Dauer, denn Weltweit bricht eine Epidemie aus, die den Menschen nach und nach die Sinne raubt.

Dass das Fantasy Filmfest nicht nur aus Fantasyfilmen besteht, sondern auch Genre abseits dessen bedient ist schon lange keine Neuigkeit mehr. Immer mal wieder gibt es aber auch Filme bei denen man sich fragt, warum die bitteschön mit ihm Programm sind. Letztes Jahr bot das Programm mit “Timer” eine romantische Komödie welche schon im Programmheft etwas deplaziert wirkte. In diesem Jahr sorgt “Perfect Sense” für den Ersatz. Letztendlich muss man auch hier nach der Daseinsberechtigung im Filmfestprogramm fragen, ist der Film doch nichts anderes als eine Romanze, gespickt mit dramatischen Ereignissen. Selbst in den Bereichen kann Perfect Sense meiner Meinung nach nicht zu überzeugen

Lichtblick des Films sind trotz allem Ewan McGregor und Eva Green, die beide das bestmögliche aus ihren Rollen herausholen sowie die letzten zwanzig Minuten des Films. Ansonsten bleibt viel Potenzial das der Film aber immer wieder verspielt. So könnte man denken, dem Komponisten hätten nur Streichinstrumente zu Verfügung gestanden. Aufdringlicher kann man beim besten Willen “romantische” Szenen untermalen und spätestens nach dem dritten Mal ist es nur noch nervend und raubt den Szenen ihre Kraft.

Bleibt als zweiter Handlungsstrang die weltweit ausbrechende Epidemie. Ohne erkennbaren Anlass erleiden die Menschen extreme Gefühlsausbrüche gefolgt vom völligen Verlust eines Sinnes. Begonnen beim Geruchs- über den Geschmackssinn, bis zum Gehör und letztendlich dem Verlust der Sehkraft. Natürlich sind auch Michael uns Susan davon betroffen und die Auswirkungen auf deren Beziehung sind durchaus ein Lichtblick. Sicherlich ist die Epidemie nur der Hintergrund für die Liebesgeschichte, dennoch versagt “Perfect Sense” auf ganzer Linie wenn es darum geht, die Auswirkungen auf die Welt darzustellen.

Sicher ist, dass der Film zu keiner Zeit das war, was ich erwartet habe. Da der Kinobesuch aber weder im Rahmen der Berlinale oder des Hamburger Filmfestes stattfand, sollte man aber wohl zumindest einen losen Bezug zum Thema erwarten können. Wer einen Liebesfilm mit zwei ziemlich starken Figuren erwartet dürfte sicher bedient werden. Alle anderen dürften sicher enttäuscht werden.

Wertung: 3/10

Perfect Sense
D/UK/SWE/DK, 2011, 92 Min.
Regie: David Mackenzie Buch: Kim Fupz Aakeson Musik: Max Richter
Darsteller: Ewan McGregor, Eva Green, Connie Nielsen

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[FFF 2011] Q&A mit Tim Fehlbaum

Wie angekündigt, findet ihr nachfolgend die gestrige, in Hamburg stattgefundene Q&A mit Tim Fehlbaum und Thomas Woebke nach der Vorführung ihres Films “Hell”.
Zusammengeschnitten und (mehr oder weniger gut) bearbeitet Dauert das Ganze ca. 15 Min, viel Spaß!

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[FFF 2011] Hell

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2016 ist die Themperatur auf der Erde um 10 Grad gestiegen, Erde und Landschaft zum größten Teil verdorrt. Wasser und Nahrung sind Mangelware, die Gesellschaft wie man sie kennt nicht mehr existent. Im Gebirge, sagt man, soll es Wasser geben. Auf der Suche danach begeben sich Marie mit ihrer kleinen Schwester Leonie, Phillip sowie dem Unterwegs aufgesammelten Tom auf den Weg. Doch nicht nur die Natur fordert alles von ihnen ab

Da hätten wir mal wieder eines der seltenen und zarten Pflänzchen des deutschen Genrekinos. Stach im letzten Jahr schon “Wir sind die Nacht” als deutscher Vampirfilm aus der Filmlandschaft hervor, versucht sich Regisseur Tim Fehlbaum mit seinem Erstlingswerk am Endzeitszenario.

Die Kulisse und die Atmosphäre vermitteln glaubhaft das Gefühl von einer Welt in der jeder tag-täglich bei der Suche nach Nahrung um sein Überleben kämpft. Hinzu kommt die Konstellation der Gruppe, die durchaus auch Konfliktpotenzial bietet und die Abwägungen, die jeder einzelne Charakter für sich macht gut darzustellen weiß. Passend zur brütenden Hitze im Film ist auch sein Erzähltempo. Ruhig, gerade in der ersten Hälfte mit dem Hang zu langsam zu werden. Passend zur Wendung nimmt er aber wieder Fahrt auf und lässt einen auch mit den Hauptfiguren mitfiebern – Zumindest jene, die sich nicht als völlig unsympathisch erweisen.

Weder erfindet “Hell” das Genre neu, noch wird man weltbewegendes Storytelling erleben, das versucht der Film aber auch gar nicht. Stattdessen bekommt einen sehr stimmigen Endzeit-Thriller geboten, der durchaus zu unterhalten weiß.

Im Laufe des Tages werde ich auch noch meinen Mitschnitt der Q&A veröffentlichen. Weiteres dann an dieser Stelle

Wertung: 7/10

Hell
D/CH, 2011, 87 Min.
Regie: Tim Fehlbaum Buch: Tim Fehlbaum, Oliver Kahl, Thomas Woebke Musik: Lorenz Dangel
Darsteller: Hannah Herzsprung, Angela Winkler, Lars Eidinger

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[FFF 2011] Point Blank

Point blank sheet

Gerade erst hat Samuel dem etwas zwielichtigen Hugo das Leben gerettet, da entführen seine Handlanger Samuels schwangere Frau und zwingen ihn dazu, Hugo aus dem Krankenhaus herauszuschmuggeln. Drei Stunden bleiben Samuel, um den Dieb sicher abzuliefern und seine geliebte Frau zu befreien…

Wenn auch nicht immer alles perfekt ist, so bietet Frankreich doch im filmischen Bereich doch so einiges sehenswertes und ist eigentlich immer ein Garant für unterhaltsames Action-Kino. Daran hat sich auch bei Point Blank nichts geändert und so erhält man straff durcherzählte und gewohnt temporeiche Standardkost. Zwischendurch gibt es die übliche (kleine) überraschende Wendung und beobachtet in nicht mal anderthalb kurzweiligen Stunden den armen Samuel beim Versuch seine Frau zu retten.

Roschdy Zern macht seine Arbeit als zwielichter Dieb gut. Ansonsten gibt es im schauspielerischen Bereich, wie zu erwarten, nichts weiter erwähnenswertes. “Point Blank” ist nicht mehr und nicht weniger als ein unterhaltsamer Zeitvertreib, den man auch mal nebenbei ansehen kann.

Wertung: 7/10

Point Blank
OT: À bout portant
FR, 2010, 84 Min.
Regie: Fred Cavayé Buch: Fred Cavayé, Guillaume Lemans Musik: Klaus Badelt
Darsteller: Gilles Lellouche, Roschdy Zern, Gérard Lanvin

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