
Mitten in einen, mehr oder weniger, verkommenen Vorort der Australischen Stadt Adelaide lebt der 16jährige Jamie mit seiner Mutter und seinen Brüdern. Als sich der Nachbar sexuell an den Jungen vergeht, stößt der charismatische John als Unterstützung zur Familie und entwickelt sich mehr und mehr zu Jamies Vaterfigur. Gleichzeitig zieht er den Jungen aber immer mehr in eine Welt der Rache, Gewalt und Intoleranz…
Basierend auf den wahrend Begebenheiten um die Snowtown Morde (Wikipedia engl.) ist der Film wie ein fester Schlag in die Magengrube. Zeigt der Film doch schamlos das dreckige und verkommene Gesicht, verarmter und perspektivloser Menschen am untersten Rand der Gesellschaft, wie es realitätsnäher nicht sein könnte. Umso härter treffen einen die Gräueltaten, die John Bunting mit seinen Komplizen vollbringt, die sich größtenteils auch nur im Kopf des Zuschauers abspielen. Immer im Hinterkopf, dass eben diese Taten genau so passiert sind. Auf eine explizite Darstellung der Morde verzichtet der Film, spart aber trotzdem nicht mit unappetitlichen Szenen.
Selten hat ein Film eine so starke Abneigung hervorgerufen, selten hat man sich bei einem Film so unwohl gefühlt. Obwohl für den Film nur Laiendarsteller zum Einsatz kamen, wirken alle Darsteller perfekt in ihren Rollen und geben dem Ganzen noch einen Tick mehr Authentizität. Letztendlich ist man froh, wenn die 120 Minuten vorbei sind und der Film zu Ende ist. Nicht nur Menschen mit zartem Gemüt sei “Snowtown” abgeraten, sondern auch denen mit wenig Sitzfleisch. Die bereits erwähnten zwei Stunden gehen aufgrund der langsamen, effektarmen Erzählweise nicht unbedingt im Flug vorbei. Da hilft es auch nicht, dass es einem durch die zahlreichen Nebencharaktere schwerfällt den Überblick zu waren.
Sicherlich kein Highlight. Gerade aber in Anbetracht, dass es das Erstlingswerk des Regisseurs ist ein sehr besonderer Film. Zeigt er doch die böse und hässliche Seite der Menschheit.
Wertung: 7/10
Snowtown
AUS, 2011, 120 Min.
Regie: Justin Kurzel Buch: Justin Kurzel, Shaun Grant Musik: Jed Kurzel
Darsteller: Daniel Henshall, Lucas Pittaway, Craig Coyne






