[FFF 2011] Snowtown

Snowtown sheet

Mitten in einen, mehr oder weniger, verkommenen Vorort der Australischen Stadt Adelaide lebt der 16jährige Jamie mit seiner Mutter und seinen Brüdern. Als sich der Nachbar sexuell an den Jungen vergeht, stößt der charismatische John als Unterstützung zur Familie und entwickelt sich mehr und mehr zu Jamies Vaterfigur. Gleichzeitig zieht er den Jungen aber immer mehr in eine Welt der Rache, Gewalt und Intoleranz…

Basierend auf den wahrend Begebenheiten um die Snowtown Morde (Wikipedia engl.) ist der Film wie ein fester Schlag in die Magengrube. Zeigt der Film doch schamlos das dreckige und verkommene Gesicht, verarmter und perspektivloser Menschen am untersten Rand der Gesellschaft, wie es realitätsnäher nicht sein könnte. Umso härter treffen einen die Gräueltaten, die John Bunting mit seinen Komplizen vollbringt, die sich größtenteils auch nur im Kopf des Zuschauers abspielen. Immer im Hinterkopf, dass eben diese Taten genau so passiert sind. Auf eine explizite Darstellung der Morde verzichtet der Film, spart aber trotzdem nicht mit unappetitlichen Szenen.

Selten hat ein Film eine so starke Abneigung hervorgerufen, selten hat man sich bei einem Film so unwohl gefühlt. Obwohl für den Film nur Laiendarsteller zum Einsatz kamen, wirken alle Darsteller perfekt in ihren Rollen und geben dem Ganzen noch einen Tick mehr Authentizität. Letztendlich ist man froh, wenn die 120 Minuten vorbei sind und der Film zu Ende ist. Nicht nur Menschen mit zartem Gemüt sei “Snowtown” abgeraten, sondern auch denen mit wenig Sitzfleisch. Die bereits erwähnten zwei Stunden gehen aufgrund der langsamen, effektarmen Erzählweise nicht unbedingt im Flug vorbei. Da hilft es auch nicht, dass es einem durch die zahlreichen Nebencharaktere schwerfällt den Überblick zu waren.

Sicherlich kein Highlight. Gerade aber in Anbetracht, dass es das Erstlingswerk des Regisseurs ist ein sehr besonderer Film. Zeigt er doch die böse und hässliche Seite der Menschheit.

Wertung: 7/10

Snowtown
AUS, 2011, 120 Min.
Regie: Justin Kurzel Buch: Justin Kurzel, Shaun Grant Musik: Jed Kurzel
Darsteller: Daniel Henshall, Lucas Pittaway, Craig Coyne

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[FFF 2011] I am you / In her skin

I am you sheet

Basierend auf einer wahren Geschichte. Die 15-jährige Rachel Barber ist ein Mädchen, dass man allgemein als hübsch, selbstsicher und glücklich bezeichnen würde und damit insbesondere den Neid der, von Selbsthass zerfressenen, 19-jähigen Caroline auf sich zieht. Als Rachel plötzlich verschwindet und ihre Eltern, aufgrund von uninspirierten Polizeiermittlungen, selbst auf die Suche gehen, fällt der Verdacht schnell auf Caroline…

Gleich zu Beginn bleibt festzustellen, dass es bei “I am you” nur Hintergründig darum geht, wer für Rachels Verschwinden verantwortlich ist. Das die Gute Caroline etwas mit damit zu tun hat, ist sehr schnell klar. Der Focus des ganzen liegt viel mehr auf den Personen und ihrem Verhalten. Mehr oder weniger in vier Akte unterteilt, erzählt der Film die Geschehnisse aus den Blickwinkeln von Rachel, ihren Eltern und Caroline.

Befasst sich das erste Kapitel mit der verzweifelten Suche der Eltern nach Hilfe und ihrer verschwundenen Tochter, bieten Miranda Otto und im Besonderen Guy Pearce eine eindrucksvolle Darbietung. Beiden sieht man die Verzweiflung und Hilflosigkeit sprichwörtlich an und besonders bei Pearce befürchtet man, dass der arme Mann gleich einen Nervenzusammenbruch erleidet.

Bleibt als zweites Highlight noch Ruth Bradley als Darstellerin von Caroline. Caroline ist ein Mädchen, dass schon seit der frühen Kindheit krank und von Selbsthass zerfressen in einer Abwärtsspirale gefangen ist. Durch Bradleys tolle Darbietung spürt man minütlich, wie sie immer weiter hinabgezogen wird. In jeder Situation hofft man, dass sie den rettenden Faden der Vernunft greift, nur um mit einem kleinen Tritt in den Magen eines Besseren belehrt zu werden.

Wie weit der Film den realen Geschehnissen entspricht kann ich nicht beurteilen. Keineswegs wirft er dem Zuschauer aber Caroline als einfarbige Täterin vor die Füße. Bei ihr, wie auch bei den anderen Figuren lässt er sich genug Zeit, dem Betrachter die Protagonisten näher zu bringen, sich zu entwickeln und die Geschichte in Ruhe zu erzählen. Nur zum Ende hin, als auch endlich die Polizei aktiv wird und zügig zu Ergebnissen kommt, wirft er diese Tugend leider über Bord und bricht etwas mit der Erzählweise. Wenn man sich an die, zu Anfang etwas ungewohnte, Erzählweise gewöhnt hat, erwartet einen ein sehr ruhiges und gerade auch deswegen packendes und fesselndes Drama. Dies, verbunden mit der zuerst ungewohnten Struktur, ist aber auch das einzige Salz in der Suppe. Ansonsten erwartet den Zuschauer ein sehr ruhig erzähltes und gerade deswegen auch packendes Drama, welches in Verbindung mit seinen eindrucksvollen Figuren alles richtig macht.
Wertung: 9/10

I am you / In her skin
AUS, 2009, 104 Min.
Buch: Simone North Regie: Simone North Musik: Ben Frost
Darsteller: Guy Pearce, Sam Neill, Miranda Otto

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Thees Uhlmann – Zum Laichen und Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf

And now to something completely different…

Ich freu mich tierisch auf das erste Soloalbum von Thees Uhlmann, nächste Woche am 26.8. ist es soweit. Muss ich mir halt solange das Youtube-Video in der Dauerschleife anhören/-sehen.


“Zum Laichen und Sterben…” bei Youtube

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[FFF 2011] Don’t be afraid of the dark

Don t Be Afraid of the Dark sheet

Mitten in den Wäldern von Rhode Island steht das alte “Blackwood Major”. Mit diesem macht die junge Sally unfreiwillig Bekanntschaft, als ihre Mutter sie dorthin zu ihrem Vater und seiner neuen Freundin verfrachtet. Von ihrem Vater ignoriert, beginnt Sally sich das alte Anwesen näher anzusehen und stößt dort auf unglaubliche Dinge

Nach der letztjährigen, mit “The Pack” enttäuschenden Eröffnung des Festivals, dürfte man sich in diesem Jahr auf einen Horror/Thriller der Marke Haunted House freuen. In Anbetracht der schriftstellerischen Beteiligung von Guillermo del Toro (Pan’s Labyrinth, Hellboy u.a.) sollte der Erwartung nach doch ein kleines Highlight geboten werden.

99 Minuten später ist man letztendlich zum Entschluss gekommen, dass eine gesunde Skepsis immer Ratsam und im Fall von “Don’t be afraid of the dark” auch angebracht ist. Verglichen mit einem Marathonlauf, geht dem/der Teilnehmer/in doch zu früh die Luft aus und man hätte ihm/ihr geraten, vielleicht nur die halbe Strecke zu laufen. Spätestens nach der Hälfte des Films schafft der Film es nicht mehr wirkliche Höhepunkte zu bieten und die Spannung hochzuhalten. Vielleicht bin ich schon zu abgestumpft aber ich finde es bezeichnend, wenn es schon den alten Gärtner und Hausmeister benötigt um für den ein oder anderen Schockmoment zu sorgen. Das wohlgemerkt in einem Film, in dem das Haus und seine zwielichtigen Monster doch eigentlich der Anlass zum Fürchten sein sollten. Keine Angst, an dieser Stelle sei kein Überraschungsmoment vorweggenommen.

Letztendlich ist des die Handlung, die der Schwachpunkt des ganzen ist. Da nützt es auch nicht, dass Bailee Madison eine (vom Gekreische mal abgesehen) großartige Vorstellung in ihrer Darstellung als Sally gibt. Hat man auf der einen Seite das junge Kind das von seinen Eltern mehr oder weniger ignoriert wird, beeindruckt sie auf der anderen durch die merklich gewonnene Reife und das gerade zu Beginn. Gerade Sally Gefühl, in dem alten Anwesen fehl am Platz zu sein ist dem Zuschauer gleich klar, wenn das kleine Mädchen mit seiner rosa Jacke und den roten Sneakers in der alten und dunklen, mit Mahagoni vertäfelten Eingangshalle steht. Gerade die, durch das Haus dargestellte Bedrohung, bleibt leider nur über eine kurze Zeit erhalten und man freut sich, mit dem umliegenden Garten auch mal ein Setting mit mysteriösem Touch zu erblicken. Da Sallys Vater nichts von all dem glaubt was seine Tochter ihm erzählt, bleibt es am Ende Kim überlassen, den Erzählungen von Sally dann plötzlich doch mal auf den Grund zu gehen und auf alte Mythen über nicht sehr nette Zahnfeen und deren Abkommen mit dem Papst zu stoßen.

Was bleibt, ist ein durchaus unterhaltsamer Film, dem eine straffer und besser erzählte Geschichte durchaus gut getan hätte. Spätestens wenn zum dritten Mal die Monster auftauchen und Sally vergeblich versucht die anderen von der Abreise zu überzeugen, kann man nicht mehr von prickelnder Spannung sprechen. Auf jeden Fall besser als die Eröffnung im letzten Jahr, bleibt immer noch genug Luft nach oben für die nächsten Tage.

Wertung: 6.5/10

Don’t be afraid of the Dark
USA, 2010, 99 Min.
Buch: Guillermo del Toro, Matthew Robbins Regie: Troy Nixen Musik: Marco Beltrami, Buck Sanders
Darsteller: Katie Holmes, Guy Pearce, Bailee Madison

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[FFF 2011] Planung für Hamburg

Update: Neben ein paar Korrekturen von falsch geschriebenen Titeln, hat sich jetzt auch meine endgültige Liste herauskristallisiert. Der Rest ist auf meine eventuell Liste gewandert und wird je nach Laune und Geldbeutel angeguckt.

Seit ein paar Tagen ist nun auch der Tagesplaner für Hamburg online und die Festivalplanung kann beginnen.
Gleich mal schlecht gelöst finde ich die Ansetzung von “Cowboys & Aliens” und “Largo Winch II”, die gleich beide fröhlich gegeneinander laufen. Das hätte besser gelöst werden können. Gleichzeitig werden die ebenfalls gegeneinander laufenden “Hesher” und “A lonely place to die” beide wiederholt. Wofür auch immer das gut sein soll. Zu guter letzt laufen auch in diesem Jahr wieder mehrere “Fresh Blood”-Teilnehmer gegeneinander. Gleich zweimal hat man am Dienstag die Wahl und, wie schon im letzten Jahr, finde ich es eine schlechte Lösung auf diese Weise auf mindestens zwei Kandidaten um den Publikumspreis verzichten zu müssen.

Die Vorauswahl hat erstmal folgende Filme ergeben. Zusammenstreichen muss ich im Zweifel eh.

Must see:

DatumUhrzeitTitelLand / JahrProgramm
17.8.20:00Don’t be afraid of the darkUSA/AUS ’10Opening Night
18.8.14:45I am youAUS ’09Selected Features
19:00SnowtownAUS ’11Fresh Blood
19.8.17:00Point blankF ’10Selected Features
21:00HellD/CH ’11Fresh Blood
20.8.19:15Perfect sense’11Centerpiece
21.8.16:45HesherUSA ’10Selected Features
19:00SuperUSA ’10Director’s Spotlight
21:15Cowboys & AliensUSA ’11Special Screening
23:45Red StateUSA ’11Midnight Madness
24.8.19:1522nd of MayB’ 10Selected Features
21:30Attack the blockGB ’11Closing Night

Eventuell

DatumUhrzeitTitelLand / JahrProgramm
18.823:30Good neighborsCDN ’10Selected Features
19.8.23:30SaintNL ’10Midnight Madness
20.8.21:30Urban ExplorerD ’11Selected Features
23:45The VeteranGB ’11Selected Features
23.8.17:00Grave EncountersCDN ’10Fresh Blood
21:00ChilleramaUSA ’11Midnight Madness

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